125 Jahre Trabrennbahn

Ein­tritt frei an bei­den Tagen jeweils ab 11.00 Uhr: Zum Jubi­lä­um ver­an­stal­tet die ältes­te betrie­be­ne Trab­renn­bahn Deutsch­lands am Mitt­woch, 30. Mai, gleich fünf PMU-Lunch-Ren­nen, die mit jeweils 4.500 Euro dotiert sind. Im Bier­gar­ten wer­den neben Geträn­ken herz­haf­te Spei­sen für das Publi­kum ange­bo­ten.

Tags dar­auf, Fron­leich­nam, fin­det als Haupt­er­eig­nis des Jah­res das „Nor­bert-Blum-Jubi­lä­ums­ren­nen“ statt, das mit 10.000 Euro dotiert ist. Damit ehrt man den jüngst ver­stor­be­nen Zwei­ten Vor­sit­zen­den des Trab­renn­ver­eins und einen ganz gro­ßen Sports­mann in der Tra­ber­welt. Ins­ge­samt gibt es an Fron­leich­nam zehn Ren­nen, davon auch drei Vor­läu­fe für das Jubi­lä­ums­ren­nen und ein Gäs­te­fah­ren mit Pro­mi­nen­ten. Ein Ama­teur­fah­rer-Ver­gleichs­kampf mit Teil­neh­mern aus ganz Deutsch­land run­det das sport­li­che Ange­bot ab. Die­ser Wett­be­werb wird unter­stützt von der Tra­ber Alli­anz West.

Sportlich top, Freizeitwert top

An Fron­leich­nam, dem Tag der offe­nen Tür an der Niers­brü­cke, dür­fen sich die Besu­cher nicht nur auf einen Blick hin­ter die Kulis­sen die­ses fas­zi­nie­ren­den Sports freu­en, son­dern auch auf Musik, Spei­sen und Geträn­ke. Ein bun­tes eige­nes Pro­gramm war­tet auf alle Kin­der.

Der Bier­gar­ten lockt mit def­ti­gen Spei­sen und küh­len Geträn­ken. Kin­der kön­nen sich im Kids-Cor­ner an Eis und wei­te­ren Lecke­rei­en laben. Die Mas­kott­chen Jün­ter, Ber­nie und Gol­die trei­ben mit ihnen ihre Spä­ße, Borus­sia kommt mit dem Fan­mo­bil. Ken­nen Sie die Mini-Tra­ber? Das sind Ponys, die vor einen Sul­ky gespannt wer­den. Und wie die ihren Job ernst neh­men! Sehen Sie selbst, am 31. Mai auf der Trab­renn­bahn.

Was es sonst noch gibt

Old­ti­mer-Tre­cker-Tref­fen – Kin­der­hüpf­burg – Kin­der­schmin­ken – Pony­rei­ten – Rit­ter­la­ger – Mode­ra­ti­on mit inter­es­san­ten Gesprächs­part­nern aus der Tra­ber­welt – Speed­wa­gen-Ren­nen mit zwei Fah­rern – Mit­fah­ren im Plan­wa­gen – Prä­sen­ta­ti­on der Fah­rer vor den Ren­nen – Live-Mode­ra­ti­on aller Ren­nen – Zelt des Mön­chen­glad­ba­cher Kar­ne­vals­ver­bands

Eine Geschichte voller Leidenschaften

1893 ent­schlos­sen sich eini­ge Trab­renn­be­geis­ter­te aus den dama­li­gen Gemein­den Schief­bahn, Neu­werk und Neer­sen, einen Ver­ein zu grün­den: Es war die Geburts­stun­de des „Ver­ein zur För­de­rung der Tra­ber­zucht des Neers-Nord­ka­nal-Bezirks“. Ab die­sem Zeit­punkt zogen Jahr für Jahr, nur unter­bro­chen durch die bei­den Welt­krie­ge, die Tra­ber an der Gabe­lung der ehe­ma­li­gen Bun­des­stra­ße B7 und B57 ihre Krei­se.

Im August des Grün­dungs­jah­res wur­de der ers­te Renn­tag auf den Niers­wie­sen ver­an­stal­tet. „Ein vol­ler Erfolg“, hieß es damals. 1.000 Mark Über­schuss konn­ten auf das Kon­to des Ver­eins ein­ge­zahlt wer­den. Den­noch blieb die Bahn zunächst in ihren pro­vin­zi­el­len Anfän­gen ste­cken. Immer wie­der gab es Rück­schlä­ge, wie im Jahr 1922 etwa, als die von Ver­eins­mit­glie­dern auf­ge­bau­te Tri­bü­ne auf­grund hef­tig jubeln­der Zuschau­er wäh­rend eines Ren­nens zusam­men­brach. Der Ver­ein wur­de mit etli­chen Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen kon­fron­tiert. Zudem muss­te Geld für den Neu­auf­bau der Tri­bü­ne her. Am Ende konn­ten bei­de Pro­ble­me gelöst wer­den.

Nach dem Ende des Ers­ten Welt­kriegs wur­de das Gelän­de auf­ge­stockt, zunächst um 40 Boxen, dann um wei­te­re 20. Ein neu­es Geläuf mit über­höh­ten Kur­ven und einer Sand­de­cke, für dama­li­ge Zei­ten ein Rie­sen­fort­schritt, wur­de 1930 ange­legt. Auf­grund des Zwei­ten Welt­kriegs muss­te der Trab­renn­sport an der Niers zehn Jah­re lang pau­sie­ren. Die Anla­ge wur­de wäh­rend des Kriegs von einer Pan­zer­ein­heit genutzt und erwies sich im Anschluss als untaug­lich für den Trab­renn­sport. Eine Zeit lang nutz­te der Ver­ein das Gelän­de des Gel­sen­kir­che­ner Trab­renn­ver­eins für sei­ne Trai­nings­ein­hei­ten. Güns­ti­ge Renn­ta­ge im Ruhr­ge­biet führ­ten zu finan­zi­el­len Pols­tern, die in den Wie­der­auf­bau des Gelän­des an der Niers flos­sen. Das Geläuf wur­de neu ange­legt, gleich nach der Wäh­rungs­re­form 1948 gab es neue Stal­lun­gen und eine neue, 1.800 Men­schen fas­sen­de Tri­bü­ne mit Wett­hal­le, Restau­ra­ti­on und Ter­ras­sen­be­reich. Fünf Trai­ner betreu­ten 90 Pfer­de, es stan­den 103 Boxen zur Ver­fü­gung.

In den 1950er Jah­ren geriet der Ver­ein erneut in Schief­la­ge, weil erwar­te­te Ein­nah­men nicht erfolg­ten. Die durch die umfang­rei­chen Bau­ar­bei­ten ent­stan­de­nen Ver­bind­lich­kei­ten konn­ten nur mit­hil­fe der Mön­chen­glad­ba­cher Stadt­ver­wal­tung berei­nigt wer­den. 1959 und 1960 erfolg­te die Wen­de: Eine Licht­an­la­ge wur­de instal­liert, die das Durch­füh­ren der Ren­nen unab­hän­gig von den Jah­res­zei­ten mach­te. Dies und spä­ter regel­mä­ßi­ge Renn­ta­ge lie­ßen die Bahn in den 1960ern auf­blü­hen, und wei­te­re Moder­ni­sie­run­gen wie eine neue Flut­licht­an­la­ge, ein Pavil­lon und bahn­in­ter­nes Fern­se­hen folg­ten. 1975 erhielt das Gelän­de eine neue Tri­bü­ne. 1981 wur­de eine neue Anla­ge im Elek­tro­nen­to­to in Betrieb genom­men, wenig spä­ter dann eine gro­ße Über­sichts­ta­fel vor den Tri­bü­nen.

Ein wei­te­rer Rück­schlag muss­te 1988 ver­kraf­tet wer­den: Bei Arbei­ten an der Gas­tro­no­mie brach ein Feu­er aus, das Gebäu­de brann­te voll­stän­dig aus. 1992 konn­te die gesam­te Ein­rich­tung schließ­lich moder­ni­siert wer­den. Doch die „gro­ße Zeit“ des Trab­renn­sports scheint Anfang des 21. Jahr­hun­derts vor­bei zu sein – weni­ger Star­ter füh­ren am Ende sogar dazu, dass Ren­nen abge­sagt wer­den müs­sen. 2005 wird die Insol­venz ange­mel­det.

Von da an hat sich der Betrieb an der Niers kon­ti­nu­ier­lich neu erfun­den: Ein neu­er Ver­ein wur­de gegrün­det, es kann nun inter­na­tio­nal gewet­tet wer­den. Die Ren­nen an den Wochen­en­den sind zu Events für die gan­ze Fami­lie gewor­den. Ein Kin­der­pa­ra­dies ist hin­zu­ge­kom­men. „Wir gehen mit der Zeit und möch­ten errei­chen, dass unser Gelän­de für alle Gene­ra­tio­nen ein wun­der­ba­rer Ort ist, an dem man viel freie Zeit ver­bringt“, sagt Elmar Eßer, Ers­ter Vor­sit­zen­der des Glad­ba­cher Renn­ver­eins.

Zum Jubi­lä­um gibt es das Fest­heft zum 125-jäh­ri­gen Bestehen: 40 Sei­ten prall gefüllt mit Infos zur legen­dä­ren Bahn an der Niers. Down­load hier!

Die exklu­si­ve Skulp­tur „Tra­ber­ge­spann“ ist das künst­le­ri­sche Bekennt­nis der Fir­ma Heinz Gothe zum Jubi­lä­um und kann erwor­ben wer­den. Ansprech­part­ner für alle Bestel­lun­gen: Elmar Eßer, elmar.esser@mgtrab.de, Mobil 0172 14 62 470.

Trab­renn­bahn Mön­chen­glad­bach
Am Flug­ha­fen 5, 41066 Mön­chen­glad­bach

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